Einsame Wacht

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Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für die tollen Erlebnisse, von denen ich Ihnen nun gerne im Einzelnen berichten möchte:


Ich war am Wochenende in Osnabrück (das ist von Heidelberg aus schon eine gewisse Fahrtstrecke, in Zahlen: Netto-Fahrzeit mit der Deutschen Bahn 4:56 h, wenn man nicht umsteigen will).

Die Hinfahrt gestaltete sich ereignisarm, und so war ich mit nur 30 Minuten Verspätung in diesem Sinne pünktlich am Zielort.

Nach diesem Wochenende, wollte ich dann wieder mit einem IC der von Osnabrück HBF direkt nach Heidelberg HBF fahren sollte, planmäßig um 14:37 Uhr fahren. Als der Zug dann gegen 14:50 schon in den Bahnhof einfuhr, wurde darauf hingewiesen, dass Teile der Wagen nicht genutzt werden dürften, weil die Klimaanlage nicht funktioniere.

Ich hatte mir doch extra einen IC ausgesucht, da man diese Probleme bis dato nur von ICEs kannte!
Nun gut, das System hatte mich das erste, aber an diesem Tag noch nicht das letzte Mal, geschlagen.

Frohgemutes und mit drei Litern Wasser ausgestattet betrat ich das Großraumabteil, fand einen Platz, der „ggf. reserviert“ war, und hatte Glück, dass es dieses Mal nicht gegebenenfalls war.
Kurze Zeit später, es war sehr warm im Abteil, kam der Zugbegleiter und verteilte Gratis-Wasser (0,5l) an die Reisenden, da kostenloses Wasser billiger ist, als synkopierende Reisende. Die freundliche Mitreisende neben mir, die auch vorgesorgt hatte und nur ins Ruhrgebiet wollte, hat mir ihr Wasser dann auch noch überlassen.
In Dortmund war dann das Ende der Reise (wenigstens für diesen Zug) erreicht. Die Informationspolitik kann man nur als bescheiden bezeichnen. Da ich den Schaffner aus seinem Dienstabteil heraus hören konnte, wusste ich eine viertel Stunde vor Dortmund, dass der Zug dort enden würde, meine Mitreisenden erfuhren es dann über den Lautsprecher bei der Einfahrt in den Bahnhof.

Was nun? Ah, ein ICE würde nach Mannheim fahren, jedenfalls war ihm dieses hehre Ziel gesetzt worden, und ich hoffe, er hat es noch erreicht. Mich beförderte dieser Zug immerhin bis Köln HBF. Die Zugbegleiterin, die im Wagen des Bordbistros neben mir zusammenklappte, hatte dann hoffentlich ihr Reiseziel erreicht. Ich jedenfalls habe meinen Wasservorrat dort nochmals um zwei Liter aufgestockt, da ich die ersten vier Liter schon fast vollständig getrunken hatte (und ich habe keine Toilette gebraucht, da die Klimaanlagen auch hier wieder für ein wohliges Gefühl gesorgt haben, wie es die Brathähnchen, die fröhlich am Spieße brutzeln, wohl auch empfinden). … über 8 Euro für zwei Liter Wasser... ich habe von Etablissements gehört, wo das noch ein Spottpreis sein soll, …

Eine schöne Stadt, aber kein schöner Bahnhof. Es war jedoch sehr bunt dort, denn das Gamescom war zu Ende. Die Deutsche Bahn hatte Kombi-Tickets angeboten, also Eintritt und Nahverkehr in einem. Da aber scheinbar an diesem Sonntag alle Götter der Fernreisen frei hatten oder nur Schabernack trieben, waren unzählige arme Menschen gestrandet. Der ICE würde nicht weiterfahren, bis die Fahrgäste, die nicht das Glück eines Sitzplatzes hätten, ausgestiegen seien.

Ich bin also mangels des geforderten Sitzplatzes ausgestiegen.

Die nächste Verbindung nach Mannheim wurde als IC angezeigt, dieser hatte, laut Plantafel 20 Minuten Verspätung, also gerade noch erreichbar mit einem kleinen Spurt und waghalsigen Sprüngen über liegendes Gepäck und sitzende Menschen. Ich habe das Gleis passend erreicht, ich hätte mir sogar Zeit lassen können!
Denn erstens hat dieser Zug insgesamt, bis Köln über 70 Minuten Verspätung angesammelt, und zweitens endete auch er dort, vielleicht um noch ein paar Menschen zu diesem spontanen Flash-Mob zu bringen.

Also bin ich dann mit dem nächsten ICE in Richtung Frankfurt gefahren. Ich habe einen Platz ergattert, weil die Reservierungen inzwischen für diesen Zug aufgehoben worden waren, und weil ich das Glück hatte, dass vor mir die erste Klasse hielt.

Neben mir saß eine junge Dame, mit deren Zustimmung wir der etwa zwanzigjährigen Australierin, die leider nur vier Stunden eingeplant hatte, um nach Frankfurt zu kommen und ihren Flieger in die Heimat zu erreichen, halfen, indem wir unsere zwei Plätze zu dritt teilten; ihr halfen, ihre Fluggesellschaft zu kontaktieren und über das Handy der Mitreisenden schon mal online für ihren Flug einzuchecken.

Ich konnte den Kapitän dieses ICEs sehr gut verstehen, der sagte, er könne nicht weiterfahren, solange in den drei Wagen, in denen die Klimaanlage (nein, kein Déjà-vu) nicht funktioniere, Personen säßen, bzw. in den anderen Wagen Fahrgäste in den Gängen stünden. Vierzig Minuten später konnte er dann losgefahren. Ich hoffe, die Australierin hat ihren Flieger bekommen, wir waren ja auch schon um 21:07 Uhr in Frankfurt Flughafen, und ihr Flug ging erst um 22:10 Uhr. - Habe ich übrigens schon erwähnt, dass ich unter normalen Umständen zu diesem Zeitpunkt schon seit anderthalb Stunden zuhause gewesen wäre (Fahrt vom Bahnhof zum Haus nicht mitgerechnet)?
In Frankfurt(Main) HBF habe ich dann einen Zug nach Heidelberg bekommen. Dieser kam nicht, wie geplant, um 21:50 in Frankfurt an (Abfahrt 21:55), sondern hatte 20 Minuten Verspätung, dafür fuhr er auch nicht gleich los, sondern musste erst noch die Lok wechseln, was weitere Zeit in Anspruch nahm.

So kam ich um 23:20 Uhr in Heidelberg an.
Ich bin dann zum Info-Point gegangen, um mir auf dem Ticket bestätigen zu lassen, wann ich nun angekommen war.
Die Frau hatte bestimmt auch schon nicht den leichtesten Tag hinter sich, und nachdem sie gerechnet hatte: „19:30... 20:30... 21:30... 23:30... also 2 Stunden!“ brauchte sie nur einen kurzen Blick auf mein entgeistertes Gesicht, um zu versichern, dass es über zwei Stunden keinen Unterschied mehr mache, wie lange man fahre.


Vielleicht mag dies nach Ihren AGB so sein.

Ich möchte auch nicht mein Taxi-Geld für die restliche Reise, weil ich um diese Uhrzeit nicht mehr von meiner Lebensgefährtin, die am nächsten Tag arbeiten musste (so wie ich auch), abgeholt werden konnte. Ich möchte auch nicht ausführen, wie hoch die Zusatzkosten für weitere Reiseverpflegung (fast ausschließlich Wasser und ein wenig Proviant) waren, aber ich bitte Sie inständig, noch einmal in sich zu gehen, und darüber nachzudenken, ob eine Sauna-Zugfahrt mit annähernd vier Stunden Verspätung bei fünf Stunden regulärer Fahrzeit nicht am besten komplett zurückerstattet werden sollte, damit beide Seiten wohlwollend den Mantel des Schweigens über diese Odyssee ausbreiten können, wie es Ihre Pressestelle offensichtlich auch versucht, da dieses Desaster schon nicht mehr von den Medien (Tagesschau/Tagesschau online) gemeldet wird.


Vielen Dank für Ihre Rückmeldung, anbei die von Ihnen geforderten Unterlagen,

mit freundlichen Grüßen,

21.8.12 20:00
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Hana (8.9.12 22:35)
Hättest ruhig ma Bescheid sagen können dass du im
Lande bist


turamarth (23.9.12 18:03)
Ich habe mich ganz still verhalten, war ja ansich noch mit meinem Schulleiter verabredet, aber auch das habe ich dann gecancelled...
Es war wie immer, viel zu kurz und natürlich haben auch viele wichtige Leute gefehlt, aber wenn ich das nächste Mal (dann mit meiner Frau) nach oben komme, dann meld ich mich vorher rechtzeitig.
Nimms mir nicht krumm ;o)


turamarth (23.9.12 18:17)
Noch einen?!

Die DB hat sich nicht davon abbringen lassen und hat auf diesen Text hin nur einen Standardbrief geschrieben und mir 50% erstattet.
DRECKSVEREIN!

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