Einsame Wacht

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Résumé

Mein Patient war heute wieder da, er war, wie immer, einfach ein liebenswerter Mensch.
Er hat das Sammelurin dieses Mal nicht selbst umgefüllt, weil er die Röhrchen nicht zuhause hatte.
Das lag daran, dass entschieden worden war, in Absprache mit ihm, dass die Therapie mit der Studienmedikation beendet wird.
Sie hat ihm nicht geholfen. Es gibt andere, die durch dieses Medikament wirklich Verbesserungen bis zur sogenannten "CR - Komplettremission" also einem Zustand an dem man keine Auswirkungen der Krankheit mehr feststellen kann, erreicht haben.
Er leider nicht. Aber weil er ja nun nur Sammelurin mitbringen konnte, und ich das umfüllen musste, hat er nicht die standard Urinbehälter mitgebracht sondern extra in eine Pet-Flasche umgefüllt, damit ich leichteres Handling damit haben sollte. Seine Frau habe ihm gesagt, er solle so verfahren.

Nächste Woche Montag wird die letzte Abschlussuntersuchung für die Studie durchgeführt, und am Dienstag wird er dann klären, wie es weitergehen wird. Ich drücke ihm von Herzen die Daumen, dass die kommende Therapie hilfreich und nebenwirkungsarm sein wird.

 

Was war heute vor einem Jahr?

Richtig! Mein erster Arbeitstag!
Was in diesem einen Jahr alles passiert ist, ist einfach irre, und ich bin immernoch glücklich und bis über beide Ohren verliebt. Mein Kater hatte wieder eine Schilddrüsenüberfunktion und daraufhin eine Radio-Jod-Therapie. Meine Schwester ist wieder schwanger und ich werde einen Neffen bekommen. Ich bin zwei mal umgezogen. Ich habe meine erste klinische Studie erhalten und meinen ersten Patienten darin betreut. Ich habe eine Arbeit gefunden, in der ich nicht nur wirklich gut bin, sondern die mir auch noch dabei wirklich Spaß macht.

Hatte ich erwähnt, dass meine Monitorin nach dem letzten Besuch in ihrem Bericht schrieb: Keine Abweichungen vom Protokoll gefunden, keine Unregelmäßigkeiten in der Pflege der Dokumente und daraus resultierend als to-Do bis zum nächsten Mal nur vier Punkte, an denen meine Monitore und der Sponsor der Studie arbeiten müssen?

Habe ich erwähnt, dass die Administratorin der Knochenmarkstransplantationsdatenbank für die ich dokumentiere, sich angeboten hat, mir auf dem Kongress in einer ruhigen halben Stunde das Datenbanksystem soweit zu erklären, dass ich die Fortgeschrittenenseminare besuchen kann, da die anderen für mich ja nicht interessant wären?

Es war ein sehr volles Jahr, aber auch ein sehr gutes und ich kann es immernoch nicht glauben.

Meine Freundin hingegen kämpft nun, zu recht, dafür, dass unsere gemeinsame Chefin nicht mehr für sie zuständig sein soll.

Das ist deshalb begründet, da die Dame (ich erwähnte ihre Unfähigkeit hier und da schon mal, genauso wie ich über die ihrer Vertreterin sprach) auf Dauer wirklich gutes und zielgerichtetes auf den eigenen Prüfarzt ausgelegtes Arbeiten zu verhindern trachtet.
Sie meint zum einen, dass damit einfach Aufgaben übernommen würden, für die wir nicht zuständig seien, zum anderen hat sie keine Vorstellung davon, was sinnvoll und notwendig ist.

Aber ich lasse mich hier nicht näher dazu aus, sondern bitte nur darum, dass meinem Schatz die Daumen gedrückt werden, dass sie es schafft, dem Wahnsinn zu entkommen.
Vielleicht fällt dabei noch ein wenig Brosam ab, so dass wir anderen, die diese  Missstände auch erleben, (ich bin aber noch nicht lange genug dabei, um wirklich schon in diesen Krieg einzusteigen, wenn ich nicht von oberster Stelle aufgefordert werde), davon profitieren.

14.2.12 19:51
 


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